LUMPENSAMMLEREI

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STREETWARE fordert die fast fashion heraus, transformiert weggeworfene Textilien in prêt-à-porter und inszeniert soziale Plastik.

 

„Lumpensammler zogen früher von Dorf zu Dorf und durch städtische Straßen und Gassen. Sie erfragten, erkauften und sammelten Alttextilien, wie auch Stoffreste.“

Wir, die Kreateur*innen und Praktiker*innen von STREETWARE, nehmen diese Tradition wieder auf und philosophieren auf der Kleiderhalde zur ästhetischen Dimension eines menschenwürdigen Daseins.

Nicht nur Textilien werden auf ihre Nachhaltigkeit überprüft, sondern auch Gedankenmodelle und Verhaltensmuster: Kann weiß schwarz gewaschen werden?

Erweist sich die abgestreifte Kleidung als Metapher für eine Gesellschaft, die sich häutet und nach anderen Ökonomien und Wertesystemen sucht? Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – Klimaschutz, Pandemie, Migration und Kolonialismus-Debatte als einige unter vielen – rauben uns unsere Selbstverständlichkeiten und konfrontieren uns alle mit unseren Verletzlichkeiten.

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Es ist Teil des ethischen Konzeptes von STREETWARE zur Ausgestaltung nachhaltiger Normen und de-kolonialisierter Lebensstil-Muster im Diversity-Look beizutragen.

 

Als Lumpensammler*innen ist uns das Material von der Straße Anlass zur Auseinandersetzung mit Fragen der Identität/ des Konsums / Produktionsweisen/ Sozialität/ sowie inspirierende Hülle und Fülle für diverse Formen des Up- und Recycelns. Wir untersuchen, wie sich der Stoff, der von der Straße kommt, im Hinblick auf akuten Bedarf umdeuten lässt:

Für Menschen ohne Obdach, Menschen, die fliehen mussten, Menschen in Not.

Für alle und Jede*n.

Wir bewegen uns generationsübergreifend im Spannungsfeld zwischen Entbehrung und Überfluss.

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STREETWARE ist Manufaktur und Denkfabrik, Spielstätte und Labor, Werkstatt und Kommunikationsraum, avantgardistischer Waschsalon, inklusiv und extravagant:

STREETWARE (ver)sammelt Ressourcen und gestaltet demokratischen Raum.

 

Seit Januar 2021 lädt STREETWARE alle Repräsentant*innen der Gesellschaft zur Mitwirkung und Mitproduzentenschaft ein. Dafür streben wir Kooperationen mit lokalen Multiplikator*innen an, wir suchen den Kontakt und Austausch mit Wissenschaftler*innen, Recyclingunternehmen, der Textil-Industrie, Kleiderkammern, Soziolog*innen, Philosoph*innen, und Künstler*innen.

Wir sprechen unsere Nachbar*innen an und denken gemeinsam mit Menschen ohne Obdach nach. Wir forschen und arbeiten an der Schnittstelle von Kunst, Politik und Gesellschaft. Wir kooperieren mit Menschen und Initiativen auf Lesbos.

Unsere inhaltlichen Fragestellungen bearbeiten wir mit folgenden Techniken und Produktionsweisen:

 

  • Textile Architekturen – Die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum bestehen längst nicht mehr nur aus festen Wänden, sondern manchmal nur noch aus einer Matratze auf dem Bürgersteig, die Passant*innen zum Ausweichen zwingt. Am nächsten Morgen bleiben die Hüllen zurück. Gemeinsam mit Menschen ohne Obdach setzen wir uns damit auseinander.
  • Die große Wäsche – Veranstaltungsreihe mit unterschiedlichen Schwerpunkten, gemeinsamen öffentlichen Waschens von Textilien in Brunnen der Stadt, bzw. mobilen Badewannen. Techniken der Textilbe-, verarbeitung, früher – heute / Expert*innen beleuchten unterschiedliche Aspekte von fashion/ Nachhaltigkeit / Produktionsweisen // 
  • Stadtführungen Als Lumpensammler*innen ziehen wir mit Wäscheständern durch Berlin und sammeln Textilien ein. // Wir laden dich/ Sie dazu ein, uns zu begleiten!

Hoffentlich bald wieder ein kommunikativer Anlass für Picknick, Poetry, Chor & Waschbrett-Musik //

Unsere Lieblingsstücke der Lumpensammlerei präsentieren wir hier

  • Exchange Identity – wie fühlen wir uns, wenn wir Kleidung tragen, die von der Straße kommt? 
  • Eine Reihe Corona-konformer Workshops/ Performances.

  • Im Juli planen wir einen Kongress auf der Kleiderhalde!
    Wenn du/ Sie als Gäst*in teilnehmen möchtest oder als Referent*in, Künstler*in, Macher*in, Denker*in zur Veranstaltung beitragen, dann freuen wir uns über Kontaktaufnahme unter:
    waschsalon@streetware-saved-item.net
  • Das Material dient uns als Ausgangspunkt für Neuschöpfungen, ob als Mode, gewobene Objekte, gestopfte Installationen …. alles ist denkbar.
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Anfragen, Ideen und neue Kooperationen sind willkommen!

 

LUMPENSAMMLER:INNEN /WÄSCHER:INNEN

barbara caveng ist eine interdisziplinär arbeitende bildende Künstlerin mit Schwerpunkten in der künstlerische Praxis des dreidimensionalen Gestaltens, partizipativer Kunst, Interventionen und Performances.

Zur künstlerischen Arbeit von barbara caveng

Alice Fassina ist eine Kostümbildnerin, deren künstlerischer Ansatz und deren Arbeitsprozessen auf Nachhaltigkeit und Circular Economy beruhen. Ihr Fachwissen über die Alternativen zur Fast Fashion vermittelt sie auch als Guide für Green Fashion Tours.

Hatim Alyafi ist kreativer Betriebswirt und Streetartlover.

Nachhaltigkeit und Kreisläufe lehrten in das Berliner Wasser, denn in dessen Auftrag verwaltete er final den Zaster. Nicht nur mit den Erfahrungen als Gründer und Inhaber von NeissCaps.com wird er unterstützen. Als Songwriter und MC kommt er sicher ebenfalls in schwitzen.

Franceska Welp entwickelt Konzepte der künstlerischen Untersuchung von soziokulturellen Fragen – insbesondere im Themenbereich der Nachhaltigkeit – und der Frage nach der Identität. Ihre Praxis ist gemeinschaftsorientiert und intendiert durch partizipative Projekte kommunikative Prozesse anzustoßen. 

Die Schaffung von Möglichkeitsräumen zur Reflexion der eigenen Wahrnehmung, der Identifizierung und Verortung, der Identität in Bezug zu Raum und Zeit; die erneute Erkundung der eigenen Umwelt sind Gegenstand ihrer Arbeit.

Paolo Gallo ist Fotograf in Berlin.

„Ich bin fasziniert von alltäglichen Situationen. Ich beobachte meine Umgebung auf der Suche nach Inspiration und Expermentation.“  

Dr. Lina Tegtmeyer ist in Kultur- und Politikwissenschaften promoviert mit einer stadttourismus-kritischen Arbeit zur Vermarktung von Krise als Ästhetisierung von Scheitern von Demokratie in Bildern von Detroit und der Bronx.

Aktuell zeichnet Dr. Tegtmeyer die Welt und erkundet auf diese Weise unter anderem die Grenzen der Wissenschaft und ihre Schattendasein der Aufklärung. Bei STREETWARE saved item wird Dr. Tegtmeyer als freie wissenschaftliche Mitarbeiterin das Phänomen der Strassenkleidungshalden im Diskurs der internationalen Stadtforschung verankern und das Projekt itself begleitend ethnographisch mit auf-zeichnen.

Aïcha Abbadi untersucht Nischen-Formate und -Methoden für Mode, sowie alternative Wege, sich mit ihr zu beschäftigen. 

An ihren Grenzen zeigt sich ihre Bandbreite auf: narratives Potenzial und Poesie, die komplexen sozialen Beziehungen der Industrie, ethische und ökologische Mängel, sowie Optimismus, Engagement, Hingabe und mögliche Lösungen.

Jan Markowsky war Ingenieur in der DDR, in Ost- und Westberlin. Kontakt zu Andersdenkenden durch Dissidenten in Jena nach Inhaftierung seines Bruders Bernd nach Inhaftierung im Zusammenhang mit Ausbürgerung Wolf Biermanns und Ostberlin nach Abschiebung Bernds nach Westberlin ein Jahr später. Ausreise nach Berlin-West 1984. Diverse Jobs als Energieberater und Ingenieur für Haustechnik. Im Januar 2000 das Büro nach Streit mit dem Chef verlassen, danach die Wohnung.

Als flexibler und offener Mensch insgesamt gut mit dem Leben ohne Wohnung klar gekommen. Habe Zeit gehabt, mich in Vorbereitung und Nachbereitung eines Essens für Obdachlose zu beteiligen, Theater zu spielen, Vorträge zu halten, in politischen Gremien mitzureden. Nach einigen Jahren regelmäßig Beiträge für das soziale Straßenmagazin „strassenfeger“ verfasst und später beim strassenfeger radio mitgewirkt. In der Zeit oft fotografiert und interviewt worden.
Credo: Ich habe nichts zu verbergen, ich kann mich zeigen!

Andreas Herbst ist die ehrenamtliche Unterstützung. Seine Interesse liegt der Second-Hand Bekleidung. Deren Auswirkung möchte er sowohl global als auch lokal verstehen und kritisch-künstlerisch beleuchten.
Andreas studiert Ethnographie und legt seinen Schwerpunkt dabei auf die urbane Umgebung. Dabei kommen Fragen auf, wie und wer von der gesellschaftlichen Verortung ausgeschlossen wird und was das für den Raum und Menschen bedeutet.

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Special STREETshopping tour guide

Stella Cristofolini, Kulturwissenschaftlerin & Künstlerin, arbeitet an der Schnittstelle von Theorie/Forschung und sozialer Praxis & interessiert sich für Fundstücke, Alltagsgegenstände, die Stadt aus diversen Perspektiven zu sehen und Praktiken der Wiederverwertung in verschiedenen Gesellschaftssystemen.

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Menschen, die uns begleitet haben

Mareen Butter betrachtet die Themen Wiederverwertung und Nachhaltigkeit aus einer soziologischen Perspektive. Sie beschäftigt sich wissenschaftlich mit Machtverhältnissen in Nord-Süd-Partnerschaften und ist journalistisch tätig, mit Schwerpunkt auf Brasilien.

Mareen entwickelte STREETWARE saved item von Januar bis April 21 mit uns.

KOOPERATIONEN

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