Gefunden

Gefunden

GEFUNDEN

Mareen Butter

 

Verloren lagst du auf dem Boden
Zerknirscht und zerknittert
Einsam und verlassen
Wurdest ewig wohl nicht aufgehoben

Doch dies‘ Mal fielst du auf
Du schwarzer Fleck
Hebtest dich ab von weißen Masken
So nahm es seinen Lauf

Selbst zu kalten Abendstunden
Wärmt meinen Bauch
Dein weicher Stoff
Wir haben uns gefunden

„Geschichten erzählen, ist ja immer die Kunst, sie weiter zu erzählen, und die verliert sich, wenn die Geschichten nicht mehr behalten werden.“ Walter Benjamin

Vom 21. Auf den 22. Februar haben acht Performer:innen während 24-Stunden in einer textonische Landschaft von 45 m³ Altkleidern der Plantenbewohner:innen geschürft.

Die eigenen Körper wurden umhüllt und verformt von neuen und alten, gebrauchten oder gar noch mit Etikett versehenen Stücken, deren Wert in den Stunden des Entstehungs- & Produktionsprozesses unter den Händen der Näher:innen auch schon wieder zerfiel. Die Schürfer:innen unterwanderten Dünen aus Daunenjacken, hob Gruben aus und drangen ins Innere der Materialität. Kein sicheres Auftreten war möglich. Von der Kleiderhalde aus schweifte ihr Blick über die verworfene Landschaft des Anthropozaen.
Welche Geschichten und Gedanken haben sie freigelegt? Was kann erforscht, gelesen und erzählt werden von dem Stoff, der gegenwärtige Zivilisationsgeschichte ist.

Am 27. Februar luden wir Chronist:inen und Wortfinder:innen dazu ihre Gedanken zur  textonischen Landschaft der BHROX bauhaus reuse als  Poems, Essays, Novellen und Aufzeichnungen niederzuschreiben. Wir veröffentlichen die Texte in loser Folge.

Liebe mal zwei – STREETSHOPPING mit Jacob und Jonas!

Liebe mal zwei – STREETSHOPPING mit Jacob und Jonas!

Liebe mal zwei – STREETSHOPPING mit Jacob und Jonas!

Mit dem Wäscheständer durch Neukölln auf den Spuren von Mythen und Legenden für junge Erwachsene

 

Schwarze Stiefeletten und ein Paar Turnschuhe in locker hingeworfenem Arrangement im Hauseingang zur Weserstraße 50 auf Asphalt : „Das ist doch nicht zu fassen: Ist Zoey wieder mit ihrem Exfreund Jacob zusammen? Jonas will es einfach nicht glauben. Er ist total gefrustet – und schon ist die schöne Claire bereit, ihn zu trösten.“ ²

Die abgestreifte Kleidung schweigt über die Dramen des Lebens in ihren Hüllen. Die Tour mit Jakob und Jonas atmet den Hauch der Liebe und riecht nach billigem Porno – Transparente Bodys, ein kunstledernes Sklavenhalsband mit Ring in der Rosegger Straße, eine Ecke weiter endet knapp überm Knie der Faltenrock aus dem Hause Claude Montana. Am Wäscheständer wechseln sich züchtige Kleidungsstücke und polysexual lesbarer Mode an der Leine ab. Dazwischen flattert das Blüschen mit abstraktem Muster von Karen Kane.

„Wird Jacob seiner alten Liebe widerstehen können und Zoey treu bleiben? Claire treibt ein riskantes Spiel, bei dem am Ende alle verlieren könnten.“²

Erfahrt auf der nächsten Tour, Teil 8 von ‚Boyz’n Girls‘, wer mehr Erfolg hat bei den Frauen: Jacob im Freizeithemd mit kleinem Palmenmuster oder Jonas in gelbem Poloshirt mit grünen und türkisfarbenen Streifen über dem Brustbereich? (Beide Modelle von STREETWARE saved item)

Wir werden berichten.

² Abgewandelter Klappentext  ‚Lucas, Liebe mal zwei‘ von Katherine Applegate | Arena Vrelag  |Teil 7 der Reihe „Boyz’n’Girls“

Lenken Sie mit uns einen fahrbaren Wäscheständer durch die Straßen. Lassen Sie sich inspirieren von abgestreiften textilen Hüllen und Hosenbeinen. Der Weg zum eigenen Stil führt über das Pflaster der Stadt! Rollen Sie mit uns um die Häuser und genießen Sie den Flow zirkulärer Lebensweise.

STREETWARE saved item macht Mode nachhaltig und zugänglich! Für Jede*n! Für alle!

Die zwei-/ bis dreistündige Tour findet ab März 2021 regulär einmal wöchentlich statt.
Gerne vereinbaren wir darüber hinaus individuelle Termine unter stadtfuehrung@streetware-saved-item.net

SCHMERZ

SCHMERZ

 

SCHMERZ ist nur ein Gefühl

Alice Fassina

 

„Geschichten erzählen, ist ja immer die Kunst, sie weiter zu erzählen, und die verliert sich, wenn die Geschichten nicht mehr behalten werden.“ Walter Benjamin

Vom 21. Auf den 22. Februar haben acht Performer:innen während 24-Stunden in einer textonische Landschaft von 45 m³ Altkleidern der Plantenbewohner:innen geschürft.

Die eigenen Körper wurden umhüllt und verformt von neuen und alten, gebrauchten oder gar noch mit Etikett versehenen Stücken, deren Wert in den Stunden des Entstehungs- & Produktionsprozesses unter den Händen der Näher:innen auch schon wieder zerfiel. Die Schürfer:innen unterwanderten Dünen aus Daunenjacken, hob Gruben aus und drangen ins Innere der Materialität. Kein sicheres Auftreten war möglich. Von der Kleiderhalde aus schweifte ihr Blick über die verworfene Landschaft des Anthropozaen.
Welche Geschichten und Gedanken haben sie freigelegt? Was kann erforscht, gelesen und erzählt werden von dem Stoff, der gegenwärtige Zivilisationsgeschichte ist.

Am 27. Februar luden wir Chronist:inen und Wortfinder:innen dazu ihre Gedanken zur  textonischen Landschaft der BHROX bauhaus reuse als  Poems, Essays, Novellen und Aufzeichnungen niederzuschreiben. Wir veröffentlichen die Texte in loser Folge.

Mit Lumpen dekolonisieren

Mit Lumpen dekolonisieren

Barbara Caveng thematisiert in ihrer Kunst die Modeindustrie. Im kleinsten Waschsalon Berlins arbeitet sie mit Stücken von der Straße.

Julia Hubernagel schreibt in der TAZ  über STREETWARE
Der Beitrag erschien am 24.3.2021 und ist weiterhin hier nachzulesen…
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OPEN CALL –  Wort- & Bild Beiträge zur Textilen Forensik

OPEN CALL – Wort- & Bild Beiträge zur Textilen Forensik

OPEN CALL

Wir freuen uns über Beiträge in Wort und Bild von Poet:innen und Chronist:innen des eigenen Lebens, von allen Menschen, die gerne schreiben und ihre Gedanken zu einem Kleidungsstück oder ihre textilen Betrachtungen  auf unserer Website veröffentlichen möchten.

Von der Windel bis zum Totenhemd –

Kleidung begleitet uns durch alle Lebensphasen – sie weist die Träger:in als Trendsetter:in oder Modemuffel aus, als Individualist:in oder im Mainstream schwärmend – sie verbrämt den Alltag und feiert die besondere Gelegenheit, sie tarnt und kreiert Image.

Die stofflichen Hüllen umschmeicheln den Körper und kleiden Gedanken. Der Hipster guckt durch dicke Brillengläser aus der Röhre seiner Jeans. Im schwarzen Rollkragenpullover argumentierten einst die Existenzialisten und heute die Turbokapitalisten, der Hoodie gilt als textiles Statement antifaschistischen Gedankengutes. Zwischen Kik und Organic Textile klafft der Gesinnungs-Gap.

Ein aus dem Frottee-Handtuch über‘s feuchte Haar geschlungener Turban wird als Zeichen von Cultural Appropriation gedeutet.

Kleidung schützt vor Nacktheit und entblößt das Selbst,
Vermeintliches lockt die Betrachter:in in die Falle – im Jankerl geht’s auf Stimmenfang.

Bohemian, buisness, boho, casual, cargo, coktail, ethno, elegant, hippie, festlich oder folkloristisch – das sportiv-urbane Outfit stärkt das Selbstbild während der pandemischen Schockstarre. Für den Sofa-Parcours empfiehlt sich die Gummizug-Hose aus Jersey. Narziss behauptet als satinierte:r Influencer:in auf Instagram soziale Autorität im Falle depressiver Lebensgefühle.

Schweiß, Parfum und Körpersäfte. Das Gewebe speichert Emotionen. Ein T-Shirt riecht nach Liebe, der Pullover nach im Zigarettenrauch verpuffter Hoffnungen.

Kleidung ist der Stoff, aus dem Geschichte wird.

Das literarische Format der Beiträge ist frei wählbar. Die Texte werden als Stoffproben hier  veröffentlicht. Gerne eine Zeichnung oder ein Foto des beschriebenen Kleidungsstückes mitschicken an

waschsalon@streetware-saved-item.net

barbara caveng | Alice Fassina | Mareen Butter

 

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